Auf internationaler Bühne hängen die Trauben hoch. Diese Erfahrung machte gestern der Nordic Club Liechtenstein Langläufer Philip Hälg am Europäischen Jugend-Olympia-Festival (EYOF) in Polen.
Allgemeines. – Die Erwartungen von Philipp Hälg waren gross, konnte er sich doch in diesem Jahr den Titel des Schweizer-U18-Meisters sichern. In Polen konnte er aber (noch) nicht dort anknüpfen, wo er sich den ganzen Winter über präsentierte – nämlich an der Spitze. Zum einen fand er über die 7,5 km im klassischen Stil nie seinen Rhythmus, zum anderen ist die Konkurrenz auf internationaler Bühne ungleich stärker als bei Rennen in der Schweiz. «Es ist schon beeindruckend, wie hier gelaufen wird.Vor allem die Norweger sind technisch unglaublich», schwärmt Hälg.
Er selber habe gestern einfach nicht mehr aus seinem Körper herausholen können. «Ich hatte von Anfang an schwere Beine, insgesamt fühlte ich mich auch nicht wohl.» Ob es an der Nervosität lag, die ihn hemmte? «Das kann schon sein. Bei einem solchen Anlass will man es besonders gut machen, und dann überpowert man vielleicht. Es war heute einfach nicht mein Tag», so Hälg, dem das Streckenprofil mit drei happigen Anstiegen eigentlich hätte liegen sollen. «Normal mag ich kupiertes Gelände,aber heute kam ich die Berge einfach nicht hoch wie sonst.» Heute folgt Hälgs Paradestrecke Die Welt geht jetzt nicht unter, nur weil er nicht über den 60. Rang hinauskam. Es gilt, das Rennen abzuhaken und sich auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren. Schliesslich steht heute mit dem Skatingrennen über 10 km Hälgs Paradestrecke an. An der Schweizer Meisterschaft holte er genau über diese Distanz die Goldmedaille. «Wenn ich mein Potenzial umsetzen kann und vor den Schweizern bleibe, dann bin ich sehr zufrieden.» Gestern ist dies nicht gelungen, die Eidgenossen liefen alle vor Hälg ins Ziel. Dass er diese aber durchaus im Griff hat, bewies Hälg in diesem Jahr schon mehrmals.
Quelle: Piero Sprenger, Liechtensteinisches Vaterland