Otepää. Gestern Mittwoch, 26. Januar, galt es an der Junioren-WM der Nordischen unter dem blauen Himmel von Otepää/Estland ernst. Die Langläufer/innen bestritten das erste Rennen, am Vormittag die Juniorinnen über 5 km, mittags ab 12 Uhr die Junioren (Jg. 1991 und jünger) über 10 km, unter ihnen Philipp Hälg, der Liechtensteiner LSV-Sonderkader-Läufer.
Nach problemloser Anreise am Sonntag waren am Montag und Dienstag Besichtigung, Training auf den Strecken und Skitests angesagt gewesen. Am Dienstag fielen noch etwa 10 Zentimeter Neuschnee. Am Mittwoch, dem ersten Wettkampftag, schien die Sonne über der flachen Hügellandschaft um Otepää, Luft und Schnee massen knapp 7 Grad minus, die Skatingspur war kompakt. A propos flach: Die dreimal zu absolvierende 3,3 km-Runde umfasste einen lang hinziehenden Anstieg und eine giftige Rampe, dazu überraschende Steilabfahrten.
Schneller Start
Unter den 102 Startenden wurde Philipp Hälg mit der Startnummer 85 relativ spät ins Rennen geschickt. Hälg ging resolut an, mit einer schnellen ersten Runde (8.11 Minuten, Platz 43) und zwei langsameren zweiten (9.07, Platz 49) und dritten Runden (9.06). Die Gesamtzeit von 26.24 Minuten ergab den 52. Schlussrang, in der Mitte der Rangliste. Deutlicher Sieger war der Norweger Bjoernestad Sindre Skar (24.05 Min.) vor dem Deutschen Markus Weeger (24.21 Min.) und dem Finnen Perttu Hyvarinen (24.22 Min.). Von den drei gestarteten Schweizer Konkurrenten lagen nach den ersten zwei Runden zwei noch knapp hinter Hälg, in der Endabrechnung dann aber vor ihm, nämlich Fabian Schaad auf Rang 42 (26.06 Min.) und Erwan Kaeser auf Rang 48 (26.17 Min.). Etliche Ränge hinter Hälg reihte sich Corsin Hoesli auf Rang 61 ein (26.42 Min.).
Zufrieden und zuversichtlich
Hälg zeigte sich nach diesem ersten Wettkampftag zufrieden: „Ich bin zwar etwas gar schnell gestartet, aber es ist mir ein gutes Rennen gelungen, auch der Rang ist besser als bei meiner letzten Teilnahme vor einem Jahr. Die Abstände sind ja äusserst knapp, zwischen Rang 30 und Rang 50 liegt nur eine halbe Minute.“ Es sei ein tolles Erlebnis, sich mit den Besten aus aller Welt zu messen. Ebenfalls zufrieden zeigten sich in Otepää Trainerin Martina Negele und Betreuer Anton Frommelt. Am Abend folgte die Eröffnungsfeier, mit Athleten und Betreuerteams aus 34 Ländern. Heute Donnerstag stehen Training und Skitests an, morgen Freitag dann der Sprint-Bewerb, am Sonntag die Doppelverfolgung über 10+10 km. Hälg ist zuversichtlich: „Kopf, Kondition, alles stimmt.“
Starke Christa Jäger von Vättis
Den Wettkampf der Juniorinnen über 5 km gewann die Norwegerin Ragnhild Haga (13.50 Min.) vor drei weiteren Landsfrauen. Den ausgezeichneten neunten Rang erreichte als beste Schweizerin im internationalen Feld von 87 Läuferinnen Christa Jäger aus Vättis, 34 Sekunden hinter der Siegerin. Sehr gut schlug sich auch die zweite Schweizerin im WM-Aufgebot, Natalia Müller aus Zernez, mit Rang 26 platzierte sie sich im ersten Drittel der Rangliste.
Peter Geiger