Langlauf. Vom Freitag bis Sonntag, 18.–20. Februar 2011, kämpften Langläufer/innen aus den europäischen Alpenländern am FIS-Continental-Cup in Campra/Tessin in verschiedenen Disziplinen um Podestplätze und Gesamtwertung. Für Liechtenstein bestritt Philipp Hälg diese kraftzehrende Rennserie. Mit Gesamtrang neun hielt er sich unter den besten Junioren der Alpenländer hervorragend.
Das Tessiner Sport- und Langlaufzentrum Campra auf der Terasse südlich des Lukmanierpasses versammelte für die FIS-COC-„Mini-Tour“ alle nicht im Weltcup oder im Norden im Einsatz stehenden Langläufer Europas, darunter auch die Junioren (U20). Aus Liechtensteiner Sicht durfte man auf den Formstand von Philipp Hälg gespannt sein. Hälg hatte bekanntlich vor zwei Wochen an den Schweizermeisterschaften bei einem Sturz nicht nur die Aussicht auf einen Meistertitel verloren, sondern auch eine Daumenverletzung erlitten – solches passiert nicht allein Cuche. Hälgs Daumen war glücklicherweise nicht gebrochen, aber kräftig gestaucht. In Campra nun konnte er antreten. „Nach jedem Rennen schmerzte der Daumen zwar, im Rennen selber dachte ich nicht daran“, kommentierte Hälg gestern. Er hatte Grund zur Zufriedenheit.
Steigerung von Tag zu Tag
Hälg steigerte sich vom Prolog am Freitag über das Einzelrennen am Samstag bis zum Verfolgungsrennen am Sonntag kontinuierlich. Im Skatingprolog vom Freitag über 3,3 km kam er unter 63 Gestarteten auf Rang 18. Seine Zeit von 7.56 Minuten lag 25 Sekunden hinter jener des Siegers Paul Goalabre aus Frankreich. Im Prolog lagen auch noch die zwei Schweizer Swiss-Ski-Kollegen Gaspard Cuenot und Fabian Schaad wenige Sekunden vor ihm. Am Samstag ging es dann über 10 km Skating. Hälg machte gegenüber dem Prolog gleich sieben Ränge gut, er kam auf Platz elf, in 26.48 Minuten. Sieger war erneut Goalabre (25.26 Min.), er stammt aus Queyras am Südfuss des Radfahrerpassess Col d’Izoard. Von den Schweizern lag im Samstagrennen nur noch Erwan Kaeser (10.) vor Hälg. Gestern Sonntag schliesslich – es schneite leicht – wurde mit den summierten Rückständen zur Verfolgung über 15 km gestartet. Auf dieser längeren Kombi-Strecke gelang Hälg – schon fast erwartungsgemäss – eine weitere Verbesserung: In 45.03 Minuten erkämpfte er Rang zehn. Auf Sieger Adrien Backscheider/Frankreich verlor er nur eine Minute und sieben Sekunden. Alle Swiss-Ski-Kollegen lagen an diesem Tag hinter Hälg, der in Campra ebenfalls optimal von Swiss-Ski betreut war.
Topten mit Schlussrang neun
In der Schlussabrechnung der Europacup-«Mini-Tour» Campra kumulierten sich Hälgs drei Resultate auf den glänzenden neunten Gesamtrang. Der Liechtensteiner LL-Jungstar liess in Campra auch eine Reihe von Athleten, die an der Junioren-WM in Otepää noch vor ihm gelegen hatten, hinter sich. Ohne Überheblichkeit zog Hälg das Fazit: „Ich hatte ein sehr gutes Gefühl und ich konnte sehr gute Leistungen zeigen.“ Solche möchte er auch am kommenden Wochenende beim Atomic Swiss-Cup im waadtländischen Feutersoey abrufen.
Peter Geiger

Philipp Hälg mit seinen Swiss Ski Teamkollegen