Heute reist Philipp Hälg an die Junioren-WM nach Hinterzarten. Am Montag steht der erste Wettkampf an. Der Schaaner kann ohne Druck Erfahrungen auf internationalem Niveau sammeln und sich mit der Weltspitze vergleichen.
Philipp Hälg ist auf dem Weg nach oben. Obwohl der Schaaner derzeit mitten in seinem Maturajahr steckt und zusätzlichem Belastungsstress ausgesetzt ist, erstaunt er die Verantwortlichen des Liechtensteiner Skiverbands mit seinen Leistungen. «Er läuft derzeit über dem erwarteten Leistungsniveau», meint Anton Frommelt, Chef nordisch des LSV, dazu.
«Bestätigung meiner Leistungen»
Als Belohnung für seine Leistungen darf der 18-Jährige kommende Woche internationale Luft schnuppern. Heute reist Hälg an die Junioren-WM nach Hinterzarten (De). «Es ist toll, dass ich dabei sein darf» sieht der Schaaner den kommenden Tagen im Schwarzwald mit Vorfreude entgegen. Das Aufgebot sieht er als Bestätigung seiner bisherigen Leistungen. Hälg wird in Hinterzarten in der U20-Kategorie starten, Erwartungen, in die Weltspitze zu laufen, hegt er aber nicht. «Der weltweite Vergleich soll mir Aufschluss geben, wo ich stehe.» Erfahrungen sammeln auf internationalem Niveau heisst das Moto.
Schweizer als Massstab
«Wir haben noch keinen einzigen wirklichen Vergleich mit allen Topläufern, es ist unmöglich vorauszusagen, in welche Regionen Philipp laufen kann», wagt seine Trainerin Martina Negele keine rangmässige Voraussage. In Hinterzarten trifft der LSV-Athlet unter anderem erstmals auch auf die stärksten Nachwuchsläufer aus dem Norden. Als kleinen Anhaltspunkt nennt Negele das Schweizer Team. Dieses wird mit sechs bis sieben Läufern in Hinterzarten am Start sein, «mit zwei Athleten aus dem Schweizer Kader müsste er mithalten können», versucht sie eine Prognose.
Drei Disziplinen
Negele traut Hälg im 10 km-Rennen klassisch am Mittwoch das beste Resultat zu, «sofern wir die richtige Wachsmischung finden.» Bei Witterungsbedingungen im Bereich von null Grad und Schneefall entscheide auch im Juniorenbereich der Ski über Sein oder Nichtsein, erläutert Negele. Am kommenden Montag steht der Sprint an, am Freitag bestreitet Hälg sein drittes und letztes WM-Rennen, den 20-km-Verfolgung-Bewerb. Zuerst stehen nach einem Massenstart 10 km klassisch an, dann folgt der Wechsel auf die Skating-Skier.
Schwerpunkt Langstrecken
Hälg selbst will den Schwerpunkt auf die zwei Langstrecken-Anlässe legen. «Längere Strecken liegen mir eher, Sprints habe ich in meiner Karriere erst sehr wenige absolviert.» Er wisse nicht, ob die Schnelligkeit für den Sprint vorhanden sei. Als grosse Herausforderung für den Kopf dürfte sich das Abschlussrennen am Freitag präsentieren. «Mit dem Skiwechsel hatte Philipp manchmal Mühe, mal schauen, wie dies an der WM klappt» sinniert Negele. Frommelt hofft, es möge dem Schützling des Nordic-Clubs Liechtenstein am Freitag gelingen, nicht zu schnell anzulaufen. Frommelt: «Läuft er den Klassischteil mit Köpfchen, traue ich ihm auch in der Verfolgung ein gutes Resultat zu.»
Quelle: Liechtensteinisches Vaterland, Autor Hans Peter Putzi
Video FIS Junioren WM in Hinterzarten

Philipp Hälg an der diesjährigen Schweizer Meisterschaft Bericht