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Simon Amman
simonammann.ch
Skispringen ist eine olympische Wintersportart, bei der die Sportler auf Ski den Anlauf einer Sprungschanze hinabfahren, an einer Rampe (Schanzentisch) abspringen und versuchen möglichst weit zu fliegen. Bewertet werden neben der Weite auch die Flughaltung und die Landung.
Skispringen wird als Einzelsportart ausgeführt, ist zusammen mit dem Skilanglauf gleichzeitig aber auch ein Teil der Nordischen Kombination. Ebenso werden Mannschaftsspringen abgehalten, bei denen für jedes teilnehmende Land üblicherweise vier Springer starten. Dabei entspricht das Ergebnis der Mannschaft der Summe der Punktzahlen der vier Einzelspringer. Das Skispringen auf besonders großen Schanzen (ab einem Konstruktionspunkt von 185 m, sog. Flugschanzen) wird Skifliegen genannt.
Ablauf
Die Sportler fahren beim Skispringen auf Ski in einer vorbereiteten Schneespur (bzw. im Sommer Keramik-, Metall- oder Mattenspur) den Anlauf der Sprungschanze hinab. Zunächst setzt sich der Skispringer auf den Balken, der im Anlauf der Schanze ist, liebevoll auch „Donnerbalken“ genannt, stößt sich mit den Händen vom Balken ab und nimmt die Anlaufposition ein; dabei wird der Oberkörper auf die Oberschenkel gelegt und so wird eine kniende Haltung erreicht. Nachdem er die Schanze heruntergefahren ist kommt bei etwa 90 km/h der Absprung von der Kante, dem so genannten Schanzentisch. Der Skispringer richtet sich mit einem kräftigen Sprung auf, zieht die Skier zu seinem Körper und breitet sie gleichzeitig zu einem V aus. Dieser Teil des Sprungs ist sehr wichtig für den weiteren Verlauf des Versuches. Im Flug selber behält der Skispringer diese Flugposition bei, bis er dem Hang so nahe kommt, dass er die Landung einleitens muss. Dazu schließt der Springer sein V und stellt die Skier parallel zueinander. Um bessere Haltungsnoten zu erlangen, bringt der Springer die Füße in eine Schrittposition und breitet die Arme aus. Diese Landetechnik heißt Telemark (siehe auch: Telemarken). Die maximale theoretisch erreichbare Weite wird durch die Schanze selbst bedingt. Als Kennzeichnung des „Schanzentyps“ dient die Hillsize-Marke.
Die Gesamtpunktzahl, die ein Springer für seinen Sprung erhält, setzt sich zu gleichen Teilen aus den Punkten für Weite und Haltung zusammen:
Die Weite wird bei der Videoweitenmessung über Standbilder einer Videokamera gemessen. Dabei wird auf dem Videobild eine Weitenlinie auf den Landepunkt extrapoliert, d. h. aus speziell eingegebenen Messpunkten berechnet, und so die Weite auf 0,5 m genau bestimmt. Bei Ausfall des Systems stehen Weitenrichter bereit. Die Weitennote errechnet sich aus dem K-Punkt der Schanze und der gemessenen Weite. Für einen Sprung genau auf den K-Punkt werden 60 Weitenpunkte (bei Flugschanzen 120) vergeben. Für jeden Meter über oder unterhalb des K-Punkts werden abhängig von der Schanzengröße Weitenpunkte addiert oder subtrahiert. Bei Großschanzen, die am häufigsten im Weltcup vertreten sind, sind dies 1,8 Punkte pro Meter. Daraus ergibt sich die Gesamtpunktzahl für die gesprungene Weite.
Geschichte
Wie alle modernen nordischen Skisportarten entstand auch das Skispringen in Norwegen. Der erste größere jährlich ausgetragene Skisprungwettkampf fand ab 1879 auf dem Husebybakken in Oslo statt. 1892 zog der Wettbewerb auf den Holmenkollen um, der bis heute als Mekka des nordischen Wintersports gilt. Skispringen gehört seit den ersten Winterspielen 1924 zum olympischen Programm.
Die Technik des Skispringens hat sich im Laufe der Jahrzehnte deutlich gewandelt. In der Anfangszeit ruderten die Skispringer während des Sprungs bei paralleler Skihaltung mit den Armen. Später streckte man die Arme aus oder hielt sie eng am Körper. Die vorerst letzte technische Revolution gab es Anfang der 1990er Jahre, als sich der Flugstil mit V-förmig gespreizten Skiern (V-Stil) gegenüber dem Parallelstil durchsetzte. Der neue Stil, erstmals von dem Schweden Jan Boklöv praktiziert, erlaubt aufgrund der verbesserten Aerodynamik deutlich weitere Sprünge. Ursprünglich musste Boklöv dafür hohe Punkteabzüge für die Flugtechnik in Kauf nehmen, die wesentlich höhere Weite erlaubte ihm aber trotzdem, Spitzenplatzierungen zu erreichen. Später übernahmen alle Springer diese Technik. Auch bei der Landung gilt es einen besonderen Stil anzuwenden, den „Telemark“. Der Telemark, der nach der norwegischen Region Telemark benannt wurde, weil er dort das erste Mal gesprungen wurde, ist eine Art Ausfallschritt, bei dem das hintere Bein deutlich tiefer gebeugt wird als das vordere Bein. Die so genannte Kacherllandung, auch als Parallellandung bezeichnet, bei der die Ski parallel und vorne bündig aufsetzen, wird oft aus Sicherheitsgründen von den Springern bei besonders großen Weiten ausgeführt, jedoch deutlich schlechter bewertet.
Der Nordic Club Liechtenstein bietet derzeit die Skisprung Ausbildung nicht an. Allerdings ist der Nordic Club Liechtenstein gegenüber dieser nordischen Disziplinen offen und positiv eingestellt. Eine Initiative zum Aufbau eines Skisprungteams würde begrüsst werden. Haben Sie Interesse? Dann melden Sie sich doch bei uns. Kontakt